Yunnan-Reise Teil 5: Süd-Yunnan

Zum Schluss machten wir dann noch einen Abstecher in die Subtropen. Üppige Vegetation (Bananen, Tabak, Früchte aller Art, Palmen, subtropischer Regenwald, …), schroffe Berge, einsame Täler, Adler über uns, einfachste Häuser, viel Armut. Aber auch Wohlstand durch den Tabak- und Orangenanbau – in einem Städtchen namens Gaza.
Besonderes Glück im Unglück hatten wir, als wegen einer Baustelle für gut 2 Stunden die Straße gesperrt wurde. Wir nutzten die Gelegenheit für eine kleine Wanderung in Fahrtrichtung und wurden mit Einblicken belohnt, die es aus dem Auto heraus nicht gegeben hätte. Als die Bauarbeiter Mittagspause machten, durfte unser Fahrer weiterfahren und sammelte uns ein paar Kilometer später einfach wieder ein.

Yunnan-Reise Teil 4: Fahrt nach Weishan

Nach der ersten Schleife ging es zurück Richtung Süden. Ziel war Weishan, unterwegs hielten wir noch in einem sehr schönen muslimischen Dorf, dessen Name mir nicht mehr einfallen will, unter anderem um dort zu Mittag zu essen.
Weishan selbst war fantastisch. Tolle Altstadt, recht authentisch und ein lebendiges Völkchen, das auf den Plätzen tanzte, fernschaute, Basketball und ein eigentümliches „Kreisel-Spiel“ spielte, welches ich noch nie zuvor gesehen hatte. Auch sehr interessant war ein kleiner Spaziergang durch die Felder um Weishan, wo die Bauern geringfügig über den Eigenbedarf hinaus anbauten. Doch das Angebot an verschiedenen Gemüsesorten war unglaublich. Die Bilder zu all dem kommen dann noch in einem separaten Blogbeitrag.

Yunnan-Reise Teil 3: Tigersprungschlucht und Erste Schleife des Jangtze

Von Shaxi ging es am Sonntag den 10. Februar zur Tigersprungschlucht, einer der tiefsten Schluchten der Erde. Von den höchsten Gipfeln bis zum Jangtze sind es immerhin 3900 Meter. Die ersten 200 Kilometer legten wir mit dem Auto zurück (und vor allem den größten Teil der Höhenmeter), dann schloss sich eine gut 2-stündige Wanderung auf dem Pfad der alten Tee- und Pferdestraße bis zum Halfway House an. Traumhafte Ausblicke … und außer uns: niemand!
Nach unserer Ankunft im Halfway House, einer einfachen, aber fantastisch gelegenen Herberge, wanderten drei von uns noch bis zu einem Wasserfall weiter, der zwar im Winter nicht spektakulär, aber dennoch sehr schön ist, und bei dem uns ein paar neugierige Bergziegen begegneten.
Am nächsten Morgen dann wurden wir von ganz tollen Lichtverhältnissen begrüßt und durften auf der Rückfahrt nach Süden sowohl den Ort, an dem der Tiger der Legende nach die Schlucht übersprang, als auch die „Erste Schleife“ des Jangtze und ein Städtchen bestaunen, bei dem Teile der Roten Armee auf dem Langen Marsch den Jangtze überquerten und dabei von ansässigen Flößern Hilfe bekamen.

Yunnan-Reise Teil 2: Dali / Xizhou – Shaxi

Nach 1½ beeindruckenden Tagen in den Reisterrassen von Yuanyang ging es am 2. Tag des chinesischen Neujahrs (also am 6. Februar) zunächst mit dem Auto zurück nach Kunming und dann mit dem Schnellzug nach Dali bzw. in unser wunderschönes Quartier in Xizhou – ein von einem amerikanischen Ehepaar restauriertes traditionelles „Drei-Seiten-Haus mit Feng Shui-Abschluss- oder Schutzwand“ vor dem Eingang, wo wir zwei Nächte bleiben durften.

Der 7. Februar begann mit dem Besuch des Drei-Pagoden-Tempels bei Dali. Die drei Pagoden wurden vor ca. 800 Jahren gebaut und sollten der geplagten Gegend mehr Regen bringen bzw. den Drachen schützen, der dafür verantwortlich war. Anschließend ging es bei strahlend blauem Himmel – der uns insgesamt fast 10 Tage begleiten sollte – im Sessellift den Berg hinauf, wo wir eine kleine Wanderung mit wunderschönen Ausblicken auf den Erhai-See machten.

Wieder unten angelangt, tümmelten wir uns mit gefühlt einer Million Chinesen durch die engen Gassen der schönen, aber etwas zu touristisch aufgehübschten und mit Souvenirgeschäften und Essständen überhäuften Altstadt von Dali.

Vor dem Aufbruch in Richtung Shaxi am nächsten Tag spazierten wir erst noch durch „unser“ Städtchen Xizhou, welches uns viel besser gefiel als Dali, da authentischer, bodenständiger, interessanter und deutlich weniger besucht – so wie es unser erster Reiseleiter ein paar Tage zuvor bereits angekündigt hatte.

Nach unserem kleinen Rundgang ging es in Richtung Shaxi – welches ebenso wie die meisten Ziele, die wir während der Yunnan-Reise ansteuerten, an der alten Tee-und-Pferdestraße lag, die über mehrere Jahrhunderte für den Teehandel zwischen Laos, Burma, Yunnan und den Weiten des großen Reiches der Mitte von großer Bedeutung war. Unterwegs allerdings stand eine wunderschöne Wanderung auf dem Programm. Zunächst zu zwei Tempeln – einer davon die Heimstätte wildlebender Affen, der andere zu Ehren von 8 buddhistischen Grotten errichtet – und dann durch Kiefernwald und ein wunderschönes Tal zurück in die Ebene.

Am späten Nachmittag war das Ziel des Tages erreicht: Shaxi, ein wunderschönes kleines Örtchen in einem ebenso schönen Tal, an dem man ohne Anstrengung ein paar Tage verbringen und die Beine baumeln lassen könnte, an dem wir aber leider nur eine Nacht bleiben durften.

Yunnan-Reise Teil 1: Steinwald von Shilin, Jianshui und die Reisterrassen von Yuanyang

Frei nach dem Motto: Bilder sprechen mehr als Worte und Schlaf ist wichtiger als Texte, lade ich heute einfach nur ein paar Fotos von den Orten im Titel hoch, wo wir die ersten drei Tage unserer Yunnan-Reise verbracht haben. Sollte jemand Fragen zu einem Bild haben: die Kommentar-Funktion darf genutzt werden. Ich freue mich über Neugier und Rückmeldungen. Der Blog muss ja keine Einbahnstraße sein. 🙂

 

Kunming (Yunnan): Dauerfrühling

Gestern sind wir zum Start unserer Yunnan-Rundreise in Kunming gelandet und von frühlingshaften Temperaturen, sauberer Luft und einem alten Bekannten begrüßt worden: Wu Jiajie, den ich letztes Jahr auf dem Hua Shan (bei Xi’an) kennengelernt hatte und der 1,5 Stunden mit dem Schnellzug von Kunming entfernt wohnt und es sich nicht nehmen ließ, uns einen Tag lang zu begleiten. Morgen früh beginnt dann die Yunnan-Reise, auf die wir alle sehr gespannt sind.

Terracotta & Lichterspektakel

Ein wunderbarer Tag heute: Lee Zhengping lud meine Mutter, meine Freunde Susanne & Jürgen und mich zu einer deutschsprachigen Privatführung durch die Terrakotta-Armee mit dem wunderbaren Herrn Tang ein. Welch ein Unterschied zum Schnelldurchlauf mit 35 Schülern im Schlepptau und großen Besuchermassen vor 9 Jahren. Die drei Stunden dort waren so faszinierend, informativ und beeindruckend, dass sie trotz Kälte (es hatte am Morgen begonnen zu schneien) wie im Flug vergingen.

Im Anschluss gab es ein fantastisches Mittagessen und einen Kurzausflug an den Rand der schneebedeckten Berge und am Abend bestaunten wir zu Viert das Lichterspektakel zum bevorstehenden Frühlingsfest und dem darauffolgenden Laternenfest an und auf der Stadtmauer. Ganz schön bunt – chinesisch eben.

Morgen geht es dann nach Yunnan in den Frühling.