Traumwetter

Wetter
Nachdem es nun für September in Xi’an ziemlich lang ungewöhnlich wechselhaft und regnerisch war, scheint seit drei Tagen die Sonne – und auch die Aussichten sind nicht wirklich schlecht. 🙂 Da werde ich wohl endlich wieder häufiger im Park joggen gehen oder vielleicht auch mal mit den alten Chinesen Tischtennis spielen. An alle, die bis hierher gelesen haben: tut mir leid, dass zu Tibet noch nichts zu lesen oder zu sehen ist und auch sonst der Blog ein wenig verwaist. Zum einen bin ich seit Schuljahresbeginn ganz gut beschäftigt und zum anderen ist im Moment ein wenig die Blog-Luft draußen. Mal schauen, wann die Lust wieder zunimmt. Aber – das Wichtigste: es geht mir gut.

 

Sommer 2019 – IV Erst vier, dann fünf, dann drei

Einen Tag nach der Rückkehr vom Gipfel galt es, vier Freunde aus Deutschland bei den Longmen-Grotten zu treffen und sie dann nach Xi’an „mitzunehmen“. Kurz danach kam Nummer fünf dazu. Dies war der Beginn unseres gemeinsamen Urlaubs, auf dem wir uns auch jetzt noch befinden, allerdings in allmählich wieder schrumpfender Besetzung. Zu Siebt ging es zunächst für drei Tage in den Zhangjiajie-Nationalpark, im Anschluss daran starteten wir – noch zu Fünft – eine zweiteilige Privattour: erst von Chengdu durch das Bergland von Sichuan und Gansu nach Xining und nun eben eine 12-tägige Tibet-Tour, die mit der 22-stündigen Zugfahrt begann und am 26. August mit dem Rückflug nach Xi’an endet.

 

Bilder aus dem fantastischen Zhangjiajie-Nationalpark, der die Vorlage für Avatar lieferte:

Bilder von der Sichuan-Gansu-Reise vom 4. bis 12. August – Chengdu:

Taipeng – Huanglong – Mouni Tal – Songpan:

Grasland von Sichuan und erste Schleife des Gelben Flusses:

Langmusi:

Ich als Tibeter (im Kloster von Langmusi):

Kloster Labrang und Umgebung:

Linxia (muslimischste Stadt in Gansu):

Xining (Zwischenstopp zum Wäschewaschen und Regenerieren vor der Tibetreise):

Sommer 2019 – III Xi’an und Tai Bai Shan

Am ersten Tag nach meiner Rückkehr nach Xi’an besuchte ich meine liebe Deutschkollegin Sun Jing mit ihrem zwei Wochen alten Baby und brachte ihr kiloweise Milchpulver aus Deutschland mit. Das Interessante an dem Besuch: ich ging nicht zu Sun Jing nach Hause, denn sie verbrachte die ersten vier Wochen nach der Geburt in einer Art Nobel-Mutter-Kind-Station, wobei man das ganze ehr als Mutter-Kind-Hotel bezeichnen könnte. Rundumversorgung von Mutter und Kind in einer Art Studiowohnung eingeschlossen.

In den Tagen danach stand die „Besteigung“ – z.T. zu Fuß, zum großen Teil aber per Shuttle-Bus und Seilbahn – des Tai Bai Shan an, welcher mit ca. 3 700 Metern der höchste Berg Chinas außerhalb des tibetischen Bergmassivs ist, was dann auch der Hauptgrund für diesen kleinen Ausflug war (der „zu weiße Berg“ ist von Xi’an aus mit dem Hoch geschwindigkeitszug in gerademal einer Stunde zu erreichen). Eine Nacht auf 3 700 Meter sollte mich schon einmal ein wenig auf die Tibetreise vorbereiten, auf der ich mich just in diesem Moment befinde.

Sommer 2019: II Heimaturlaub

Nach dem Abschied von „den Amerikanern“ in Yangshuo flog ich über Peking nach Frankfurt und wurde dort von meiner guten Freundin Sabine abgeholt. Krasser Kontrast: von Südchina / Peking ging’s sozusagen direkt in die beschauliche Pfalz, in mein Lieblingsstädtchen Freinsheim, wo Weinschorle und Flammkuchen natürlich Pflicht waren.

Was mir gleich an diesem ersten Tag in der Heimat – auch in Ludwigshafen und eben nicht nur in kleineren Orten – auffiel: wie menschenleer und ruhig es doch bisweilen in Deutschland ist. Dieser Unterschied zu China war mir komischerweise bei meinen bisherigen Heimaturlauben noch nicht so bewusst geworden und wenn, dann empfand ich ihn eher als wohltuend und schön. Zu Hause in Römerberg angekommen, wo ich mich ja sehr wohl fühle, hatte ich dann jedoch manchmal gar den Gedanken: „Meine Güte, es ist ganz schön langweilig hier. Keine Menschen auf der Straße, niemand isst draußen oder spielt Schach oder Mahjong und erst recht singt oder tanzt hier niemand. Die Leute verkriechen sich alle in ihren Häusern oder vielleicht noch in ihren Privatgärten.“ Nach zwei Jahren chinesicher Großstadt mit 8.5 Millionen Einwohnern scheine ich Landei mich dann doch auch im positiven Sinne an das Leben dort gewöhnt zu haben und ich weiß bereits heute, dass ich dieses quirlig-chaotische, lebensfrohe und laute China, welches mir bisweilen ganz schön auf den Wecker gehen kann, vermissen werde, wenn ich in ein oder zwei Jahren dauerhaft nach Deutschland zurückkehre.

Mein Vorhaben, nach einem TÜV-Tag an meinem zweiten Tag in der Heimat mein Wohnmobil 10 Tage lang genießen zu können, wurde leider durchkreuzt. Statt einer TÜV-Plakette gab es eine lange Mängelliste und nach verschiedensten Reparaturen hatte ich mein geliebtes Gefährt am Tag vor meiner Rückreise nach China wieder. Eine Nacht war mir also darin vergönnt … und über die Kosten schweige ich an dieser Stelle.

Die zehn Tage zu Hause waren ausgefüllt mit Freundes- und Kollegentreffen, einer sehr schönen Familienzusammenkunft in der Nähe von Erfurt und einigen Vorsorgeuntersuchen. Kein Wunder also, dass sie ganz schnell verflogen und ich nach gefühlt vier oder fünf Tagen bereits wieder im Flieger nach Peking saß.

Sommer 2019

Die Somerferien gehen dem Ende entgegen und so möchte ich – in der Tibetbahn von Xining nach Lhasa sitzend – die vergangenen Wochen vor allem mit „einigen“ Bildern Revue passieren lassen.

I Besuch aus den USA

Wie im letzten Blogeintrag schon geschrieben, begannen die Ferien mit dem Besuch meines Bruders samt Familie aus den USA. Wir verbrachten eine intensive Woche in Xi’an und Yangshuo (Karstberge) mit kompaktem Touristenprogramm miteinander und gerade in Xi’an konnte ich meinen Besuchern einen ganz guten Einblick in das „richtige“ China mit tanzenden und singenden Chinesen im Park vermitteln und mit meinen Lieblingsrestaurants, von ganz einfachen bis besonders leckeren. Auch der Spaß blieb nicht auf der Strecke und eine Woche lang amüsierten wir uns über Chinglisch auf T-Shirts und die „Belly Time“ vor allem mittelalter, dickbäuchiger Männer. Insbesondere mein Bruder hatte große Freude daran, dieses eher merkwürdige Verhalten zu imitieren. 😉

Und plötzlich waren’s zwei …

[Tschuldigung für die „etwas“ verspätete Veröffentlichung dieses Beitrags!]

Jahre, die ich bereits in China weil(t)e. Unglaublich, wie schnell das zweite Jahr vorbeiflog. Entgegen meinen Befürchtungen zum Ende des ersten Jahres war es ein spannendes und insgesamt positives Schuljahr und auch im privaten Bereich ereignisreich.

Es begann im September mit der ersten von mir geplanten und zur Hälfte selbst durchgeführten Fortbildung der DSD II-Kolleginnen in Nordchina, war auf Grund der vakanten Fachberaterstelle in Peking bis ins neue Jahr hinein voller zusätzlicher Verwaltungs- und Planungsaufgaben und Prüfungsreisen und – besuche.

Im Oktober stand der etwas fragwürdige, aber sehr schöne Kurztrip nach Südtirol zur Wanderung mit meinen Brüdern auf dem Meraner Höhenweg an und Ende Januar kam dann meine Mutter für drei Monate nach China – ein wirklich mutiger Schritt, der uns aber beiden sehr gut getan hat.

Im Mai und Juni wurde es dann etwas ruhiger, einerseits. Denn die Prüfungen waren gelaufen und die 12er hatten im Anschluss keinen Unterricht mehr. Allerdings machte ich mich daran, das Deutsch- bzw. DSD-Programm an der Nr. 89 mit umfangreicher Zuarbeit durch meine drei Deutschkolleginnen (Auswertung von Statistiken und Umfragen unter Deutschlernern und Abbrechern) einer genaueren Analyse zu unterziehen. Diese legte ich der Schulleitung vor und führte im Anschluss ein längeres Gespräch mit dem Schulleiter über die Probleme, die ich sehe, u.a. eine zu niedrige Bestehensquote.

Herr Lv zeigte sich offen und konstruktiv und versprach für das kommende Schuljahr entsprechende Änderungen, v.a. bei der Rekrutierung der Schülerinnen und Schüler, die in die DSD-Klasse aufgenommen werden. So habe ich das Schuljahr mit dem Eindruck und der Hoffnung beendet, Dinge in Bewegung gebracht zu haben. Mal schau’n, was am Ende wirklich passiert – denn in China scheint mir die Diskrepanz zwischen Ankündigungen und Taten bisweilen noch ein Tick größer zu sein als in Deutschland. Und das will ja etwas heißen 😊

Ende Juni kam dann der amerikanische Teil der Familie zu einem Kurzbesuch in Xian und gemeinsam ging es im Anschluss für drei Tage in die fantastische Karstlandschaft von Guilin/Yangshuo, wo ich bereits im Oktober 2017 einen wunderbaren Urlaub verbracht hatte.

Im Moment sitze ich nun im Zug von Rottweil nach Stuttgart und freue mich auf die Rückkehr nach China und auf eine Serie von Trips und Reisen. So ist für nächste Woche die Besteigung des 3770 Meter hohen „Tai Bai Shan“, des „zu weißen Berges“, geplant – dem höchsten Berg Chinas außerhalb des tibetischen Bergmassivs. Danach kommen gleich fünf meiner Freunde aus Deutschland zu Besuch und es geht in den Zhangjiajie-Nationalpark, in die Berge von Sichuan und schließlich nach Tibet.

Auch der Ausblick auf das kommende Schuljahr weckt Vorfreude. Neben den besagten Veränderungen, die es hoffentlich an der Nr. 89 geben wird, könnte es unter Umständen auch zu Veränderungen bei meinem Einsatz kommen. Angedacht ist, dass ich häufiger nach Lanzhou fahre, wo ich bisher nur zu Prüfungsabnahmen war, um die Schule bei der Unterrichtsdurchführung und -entwicklung zu unterstützen. Was wichtig wäre, da die Bestehensquoten dort in den letzten Jahren richtig katastrophal gewesen sind und die Schule Gefahr läuft, das DSD-Programm zu verlieren.

Der Beginn des Schuljahres wird allerdings auch recht stressig werden. Denn neben dem „normalen Wahnsinn“ planen die Fachberaterin in Peking, meine Fachschaftsberaterkollegin in Tianjin und ich eine 4½-tägige Fortbildung an der Jiao Tong in Xi’an für die chinesischen OLK aus Nordchina.

Ein ereignisreiches Jahr und Schuljahr sind also zu Ende gegangen und ein weiteres steht vor der Tür – und da es mir im zweiten Jahr recht gut erging und ich halbwegs optimistisch auf das nächste schaue, denke ich im Moment recht ernsthaft über eine Verlängerung über den Sommer 2020 hinaus nach. Mal schau’n …

[Inzwischen ist der 4.8. und ich bin längst in China zurück, sitze erneut im Zug: mit drei der fünf Freunden aus Deutschland bin ich unterwegs von Xi’an nach Chengdu, wo morgen eine dreiwöchige Tour durch Nordsichuan/Gansu und Tibet beginnt.]

Die Zeit verfliegt

Es ist schon verrückt, wie schnell die Zeit rast. Kaum war meine Mutter in China gelandet, waren ihre drei Monate hier auch schon wieder vorbei. Letzten Montag haben wir uns in Peking tränenreich voneinander verabschiedet. Es war schön, dass sie hier war und sie hat die Zeit trotz der schlechten Xi’an-Luft sehr genossen. Das war schon ein besonderes Erlebnis für sie. Nicht jede ältere Dame fliegt mal eben schnell für drei Monate ins Reich der Mitte.

Die Bilder, die ich heute hochlade, sind alle in den letzten drei Wochen entstanden – auf einer Wochenendreise nach Fenghuang, einem Samstagsausflug mit Herrn Lee (ins Kinderheim und auf’s Land), einem Sonntagstrip zur Pfingstrosenblüte nach Luoyang mit meiner Kollegin Shu Qin, in Xi’an und beim Abschiedswochenende in Peking. (Die Bilder sind zwar gruppiert, aber falsch sortiert 🙂 – und irgendwann finde ich vielleicht einen Moment, ein paar davon noch zu beschriften.)