Ein Monat Lehrerdasein

Heute nun sind die ersten 5 Wochen meines 3-jährigen Abenteuers vorbei und meine ersten chinesischen Ferien haben begonnen. Die „Goldene Woche“ liegt vor mir (gestern war Nationalfeiertag, an den sich immer eine Woche Ferien – für fast alle Chinesen – anschließt) und ich sitze im Flieger nach Guilin! Ich bin so gespannt auf diese wohl traumhafte Landschaft und kann mein Glück kaum fassen – bin ich mir doch sehr wohl bewusst, wie privilegiert ich im Vergleich zu den allermeisten Chinesen und zu meinen Kolleginnen bin.

Nicht nur könnten sich die meisten von ihnen einen solchen Urlaub gar nicht leisten, sondern sie müssen zum Teil bereits am Donnerstag wieder zurück in die Schule. Noch nicht mal eine vollständige Woche Ferien wird ihnen gegönnt – am Donnerstag und Freitag müssen sie antanzen, um das dreitägige Sportfest in der folgenden Woche vorzubereiten und/oder um Prüfungen abzunehmen – und das, obwohl die nächsten Ferien erst Mitte Februar sind. Ich frage mich ohnehin des Öfteren, wie die Lehrer den Dauereinsatz durchhalten, der ihnen in diesem Land abverlangt wird: mal 5, mal 6 Tage die Woche; mal von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr, mal auch bis 21 Uhr. Und dann dürfen sie Dinge tun, bei denen wir in Deutschland sofort den Personalrat einschalten würden oder einen Anwalt: zum Schuljahresbeginn Klassenzimmer putzen, zum Beispiel. So sehr wir Lehrer in Deutschland – z.T. zu Recht – ab und an auch über zu viel Arbeit klagen, im Vergleich zu hier geht’s uns richtig gut! Trauriger „Höhepunkt“ zum Thema Arbeitsalltag: meine Kollegin Sun Jing hat ein dreijähriges Mädchen (Miaomiao), für das sie auf Grund ihrer Arbeit keine Zeit hat. Daher lebt die kleine 2 Stunden von Xi’an entfernt bei der Oma. Chinesische Normalität ☹

Gerade meine drei super tollen Deutschkolleginnen an der Nr. 89 sind dabei trotz ständiger Übermüdung meist gut gelaunt und reißen sich alle Beine raus, um alles möglichst perfekt zu machen:  für das Konzert der deutschen A Capella-Gruppe QuintEssenz aus Bamberg, für den Austausch mit Oldenburg, für den Austausch mit Südkorea (ja, auch den müssen die Deutschlehrerinnen organisieren!), für die Mitglieder der Schulleitung … und für mich. Ich hoffe jedoch, dass letztere Aufgabe allmählich weniger zeitaufwändig wird, da die meisten Dinge für mich inzwischen unter Dach und Fach sind und ich mich immer selbstständiger durch den schulischen und privaten Alltag bewegen kann.

Denn inzwischen habe ich nicht nur ein zweites Handy mit chinesischer Nummer, eine Metro- und Busfahrkarte und weiß, wie ich zu den für mich wichtigsten Orten komme (Metro-Supermarkt, Parks, Massage-Salon, beide Schulen, Nordbahnhof …), sondern war auch erneut bei einer ausführlichen medizinischen Untersuchung (den deutschen Institutionen vertraut man hier wohl nicht 😉) und bei der „kleinen“ und „großen“ Polizei – um mich anzumelden und um meine Aufenthaltsgenehmigung für das erste Jahr zu beantragen. All dies hätte ich ohne Jing und Boya nie geschafft und für die Aufenthaltsgenehmigung mussten die Armen im Vorfeld eine weitere Arbeitserlaubnis beantragen – mit ich weiß nicht wie vielen Antragsformularen und Dokumenten. Wenigstens bekommen sie ab und an eine ordentliche Portion Unterstützung von einer weiteren Lehrerin der Schule: „Shelley“ (Englischlehrerin), der ich bei ihrem Deutsch unter die Arme greife und die genauso toll ist und mit mir gleich zwei Mal zur „großen Polizei“ gefahren ist.

Den Umzug vom Hotel in meine Wohnung hingegen wollte ich ihnen nicht auch noch zumuten und hatte daher vor, ihn mit zwei Taxifahrten zu erledigen. Da habe ich die Rechnung dann ohne meine neue Vermieterin Vivian und ihren Mann gemacht. Ich traf sie am Samstag den 9. September bei der Wohnung, von der ich ab der 1. Minute begeistert war (wenn man vom „Rest-Putzbedarf“ mal absieht), und erzählte ihnen, dass ich mit dem Taxi zwei Mal hin und her fahren würde. Daraufhin sind die Beiden mit mir zum Hotel gefahren und bestanden darauf, das Auto bis zum Bersten zu beladen, während ich selbst auscheckte!

In der Wohnung fühlte ich mich bereits nach einer Nacht so wohl, dass ich beschloss, sie dauerhaft zu mieten – zu einem nicht ganz günstigen Preis, aber immerhin etwas billiger als im Airbnb-Tarif.

Und an meinen Schulen? Es ist kaum zu glauben – aber das Unterrichten macht mir wieder richtig, und fast immer, Spaß. Die Deutschkenntnisse der Schüler sind zwar nicht umwerfend, aber die Offenheit und Neugier, die mir entgegengebracht werden, sind einfach nur schön. Nach jeder Stunde kommen Schüler vor und stellen Fragen, sie wollen unbedingt bei WeChat mit mir befreundet sein und schicken mir dann sogar tatsächlich Nachrichten. An der Universitätsschule kam bei meiner ersten Vorstellung gleich der Vorschlag, wir könnten doch mal zusammen eine Radtour machen.

Auch meine erste Dienstreise nach Taiyuan, wo ich zwei Schulen sporadisch betreue, an denen gar die DSD II – Prüfung abgelegt wird, war ein Erfolg und hat Spaß gemacht. Ein Schultag, 8 verschiedene Termine – vom Überreichen von DSD-Diplomen über Unterricht hin zum Fahnenappell. Und am Samstag davor (ich war für’s erste Mal bewusst früher angereist) ein Treffen mit Ida von der 2. Fremdsprachenschule und ihrem Freund Robert, an dem wir zunächst 53 Sternchendimplome in den Computer hämmerten und anschließend gemeinsam essen gingen. Ich glaube, da könnte – trotz der sporadischen Besuche in Taiyuan – eine Freundschaft draus werden.

Und Xi’an? Die Luft ist nicht immer gut (manchmal liegen die Feinstaubwerte bei über 200) und über Verkehrs- und Menschenarmut kann ich auch nicht klagen. Aber dennoch gefällt mir die Stadt sehr gut. Auch, weil ich nach und nach Orte und Dinge entdecke, die ich noch nicht kannte: Freitagabend zum Beispiel die Konzerthalle der Stadt bei einem ungewöhnlichen Konzert (mongolische Kehlkopfgesänge auf höchstem Niveau) oder gestern joggenderweise einen richtig großen, schönen Park im Nordosten.

Auch das Essen(gehen) macht meist große Freude (Nudeln in zig Variationen und viel, viel Gemüse), und beim Einkaufen mache ich auch allmählich Fortschritte und entdecke nach und nach ein paar Dinge, auf die ich ungern verzichten würde (Käse, Naturjoghurt, Vollkornbrot (!)).

Fünf Wochen sind lang – da könnte ich noch viel schreiben. Aber das war’s erst einmal. Details zum Lehrerleben und weitere Schmankerl gibt’s in Zukunft sicher immer wieder mal.

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Abschied und Ankunft

Und dann ging’s ganz schnell. Vier Tage voller wunderschönem Stress: neben Packen Abschied(e) von guten Freunden, Familie … und vom VfB 😉

Dann ein wunderbarer Flug (ich konnte schlafen, es gab tolles Essen und guten Wein) und der Blick auf das Hochhaus-Meer von Shanghai. Unglaublich.

Gefolgt von einem super herzlichen Empfang durch zwei meiner Deutschkolleginnen in Xi’an und einer ersten Woche, welche vor allem eines geschafft hat: meine Zweifel zu zerstreuen. Bereits nach 6 Tagen habe ich das Gefühl, angekommen zu sein. In einem Land, das mich von Anfang an fasziniert hat, insbesondere aber ab dem ersten Besuch in Xi’an 2010.

Trotz, nein, wegen der Gegensätze:  unglaubliche Dynamik und Tradition, rasanter Fortschritt und Festhalten an Bräuchen, Ritualen und Aberglauben, Wohlstand und Armut, staatliche „Ordnung“ und totales (scheinbares) Chaos, z.B. im Straßenverkehr …

Fassziniert vom Essen und von der Freude daran; vor allem  aber von den Menschen, die mir mit Offenheit und Herzlichkeit begegnen, mit Neugier, mit einem Lächeln, in dem Moment, in dem man mit ihnen zu tun hat. Manchmal selbst, wenn man nichts direkt mit ihnen zu tun hat …

Sprachliche Hindernisse sind natürlich da. Aber die ersten Wörter und Sätze habe ich gelernt; und manchmal hilft das Wörterbuch im Smartphone weiter. Nur im Supermarkt ist’s noch richtig schwierig – wenn alle Beschriftungen nur in chinesischen Zeichen gehalten sind, ist’s mir meist unmöglich herauszufinden, was sich in der Packung befindet. Es sei denn, sie ist durchsichtig …

Ich bin gespannt, ob es so positiv weitergeht, wie es sich in den ersten Tagen anfühlt. Noch bereue ich nichts 😉

 

Mr Strobel (ver)sucht sein Glück in China: der Abschied naht.

Nun rückt er also ganz schnell näher – der Abschied aus Deutschland und der Flug ins Reich der Mitte. Bisher spielte sich alles immer nur in meiner Vorstellung ab, doch jetzt – lange klar und doch so plötzlich – werden die Dinge so real.

Ein langes Wochenende in Düsseldorf liegt hinter mir. Ich habe dort meine zukünftige Kollegin Boya aus der Nr. 89 Mittelschule zwei Mal getroffen, die an einer dreiwöchigen Fortbildung des PAD für Deutschlehrer und -lehrerinnen aus Asien teilnimmt und die ich bereits bei meinem letzten Besuch in Xi’an 2014 kennengelernt hatte. Mit ihr und einer sehr netten Kollegin aus Shijiazhuang (einer 10-Millionen-Stadt in der Nähe von Peking, von der ich noch nie gehört hatte) habe ich über’s Unterrichten in China gesprochen, Düsseldorf erwandert, DaF-Materialien gesichtet und gekauft und den besten Italiener Düsseldorfs getestet. Daneben habe ich unzählige Mails geschrieben und nach China verschickt, meinen Computer für die große chinesische Mauer fit gemacht und meinen Körper etwas fitter und 10 Gramm leichter, indem ich vor dem Frühstück jeden Morgen laufen ging. Ob ich das in Xi’an trotz des Wintersmogs auch noch schaffe – wenigstens vier bis fünf Mal die Woche?

Im Moment sitze ich im IC von Düsseldorf nach Mannheim (mit 24 Minuten Verspätung – ob das in China besser wird?). Die IC-Strecke ist so viel schöner als die ICE-Strecke! Zum vorerst letzten Mal rauscht das Weltkulturerbe Mittelrheintal an mir vorbei. Ein komisches Gefühl – je näher der Abschied rückt, desto mehr fallen mir die wunderschönen und wunderbaren Dinge an Deutschland auf. Nun gut – die Sonne scheint heute ausnahmsweise auch mal wieder ungehindert und die Wogen des Rheins glitzern in der Sonne …

In Düsseldorf habe ich fotografiert, was das Zeug hält. Häuser, Parks, ein paar Menschen, bei denen ich mich zu fragen getraut habe, Poster, (Wahl)Plakate … ich dachte dabei an Sprechanlässe für meine zukünftigen chinesischen Schüler. Vielleicht habe ich das aber auch ein wenig für mich gemacht – um festzuhalten, was ich demnächst für ´ne ganze Weile nicht mehr zu Gesicht bekommen werde.

Wenn ich zu Hause ankomme, habe ich 40 Stunden, um mich von mindestens 5 wichtigen Freunden (nochmals) zu verabschieden, zu waschen, Reifen am Wohnmobil wechseln zu lassen (es kommen die alten Winterreifen drauf – die können durch’s lange Stehen ruhig Schaden nehmen), es abzumelden, Susanne in die Versorgung meines treuen Gefährts einzuführen, ein Zweithandy und andere Kleinigkeiten zu besorgen, zu packen. Dann geht’s für 24 Stunden nach Rottweil – zum Abschied von meiner Mutter, meinem Bruder Andreas mit Familie, wo bestimmt Tränen fließen werden – von dort anschließend nach Stuttgart, wo ich mich mit Andreas Wehrmeister und Familie zum VfB-Heimspiel gegen Mainz verabredet habe. Und dann geht’s mehr oder weniger direkt vom VfB nach Xi’an.

Ich habe vor, diesen Blog in den nächsten drei Jahren immer einmal wieder mit Bildern und mit meinen Eindrücken zu füllen – das wird mir jedoch ganz bestimmt nicht so regelmäßig gelingen wie während meines Sabbatjahrs. An alle „Verfolger“ daher die Bitte, sich immer wieder zu gedulden. Ich werde ziemlich gut beschäftigt sein in den nächsten Wochen, Monaten und (drei) Jahren. Eine vielfältige, mit Herausforderungen gespickte Tätigkeit an verschiedenen Schulen erwartet mich! Aber auch ein paar Menschen, auf die ich mich sehr freue und die sich hoffentlich auch auf mich freuen: die Deutschkollegin Sun Jing in Xi’an, Boya, wenn sie wieder zurück ist, die Englischlehrerin Lydia, die 2010 beim Austausch in Schifferstadt war und Lee Zhengpeng, der stellvertretende Schulleiter der Nr. 89 Mittelschule.

Zurück in der Pfalz!

Seit gestern bin ich wieder in der Heimat – in der wunderschönen Pfalz!

Mit Susanne fuhr ich von Haueneberstein durchs Elsass, vorbei an Kandel und Landau nach Frankweiler, wo es bei Beth und Familie zur Begrüßung mit einem kleinen Empfangskomitee Kaffee und Kuchen gab. Dang ging es mit Susanne und Stefan weiter Richtung Berghausen, wo ich dann von lieben Freunden mit Brezeln und Sekt empfangen wurde (Die Bilder dazu muss ich erst noch zugeschickt bekommen). Ein sehr schöner Tag mit dennoch sehr gemischten Gefühlen – Freude über die Heimkehr und auf die Dinge, die nun kommen mögen einerseits, Wehmut über das Ende eines fantastischen Jahres und das Ende der „zeitlich begrenzten Freiheit“ andererseits.

In den kommenden Tagen werde ich dann noch die Radtage mit Susanne dokumentieren und hoffentlich auch ein kleines „Fazit“ meines Sabbatjahres veröffentlichen. Bis dahin … ein paar Bilder des gestrigen Tages.

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Von Südtirol nach Wien – 741 Kilometer bei 30 bis 38 Grad durch Kärnten, Slowenien und die Steiermark

In 9 Tagen schaffe ich es ganz ohne die ÖBB von Brixen nach Wien – trotz Hitze und z.T. recht anstrengender Etappen. Es geht ein Stück durchs Pustertal, einige Tage entlang des Drauradwegs, durch ein Stück Slowenien, einen halben Tag lang entlang der Mur und schließlich nach Norden durch die Steiermark auf dem Radweg Euro Velo Nr. 9.

Hier annhäherungsweise die Route, die sehr empfehlenswert ist: http://tinyurl.com/o5r5h3n

Von Bruneck über Villach nach Völkermarkt, Maribor und Bad Radkersburg, vorbei an unzähligen Dorf- und Stadtfesten, meist entlang der genannten Radwege, sodass sich der Weg länger gestaltet als er entlang der Straße wäre und auch heftigere Steigungen zu bewältigen sind, bin ich einerseits begeistert von der Natur, habe auch ein paar nette, wenn auch kurze Begegnungen, bleibt mir andererseits aber wenig Zeit für Anderes als Radeln. Denn am 3. August will bzw. muss ich ja in Wien sein, um mich dort mit Susanne zum letzten Tourabschnitt zu treffen – was mir schließlich auch gelingt. Hie oder da bleibt zumindest Luft, um abends und / oder morgens ins Wasser zu springen und mich ein wenig abzukühlen (so z.B. im wunderschönen Millstätter See) und in Bad Blumau genieße ich gar 3 Stunden Abendtarif in der von Hundertwasser gestalteten wunderschönen Terme.

Drei Mal gibt’s am Abend heftige Gewitter, die Drau verwandelt sich in einen Schlamm mitreißenden Strom – jedes Mal habe ich Glück, weil ich entweder gerade noch mein Zelt aufgeschlagen bekomme, bevor’s los geht oder es im letzten Moment unter den Autounterstand eines wohlhabenden Österreichers schaffe, der mich dann auch noch mit einem Fläschel Cola versorgt.

Das Radeln auf den Radrouten ist natürlich sehr entspannt. Nur selten muss man sie mit Autofahrern teilen, meist sind sie super gut beschildert, sodass die Wegfindung völlig unproblematisch ist, und insgesamt hält sich der Radlerstrom auch in Grenzen. Andererseits ist ihr Verlauf etwas anstrengender, der Belag nicht immer ideal und der Abenteueraspekt wie auf Sardinien oder in Spanien fehlt völlig. Viel mehr „Urlaubsradeln“ – aber sehr schön.

Am Samstag den 3. fahre ich schließlich bei Temperaturen um die 37 Grad – meist entlang des EV9 – ca. 105 Kilometer von Aspang Markt nach Wien und komme um 19 Uhr völlig erschlagen am Hotel an, in dem Susanne auf mich wartet. Ich freue mich sehr, die letzten 11 Tage mit ihr zu radeln – und gleichzeitig ist damit natürlich ein wichtiger und prägender Aspekt meines Sabbatjahres vorbei: das Alleinsein und das alleine-Radeln. Der Kreis schließt sich, das Gefühl, jetzt wirklich heimzukehren, wird stärker. Mit allen Vor- und Nachteilen, allen (Vor)Freuden und auch Wehmut.

5 Tage dringend notwendige Erholung in Südtirol ;)

Vom 20. bis 26. Juli war ich also mit Hagen in Südtirol – um mich wandernd vom Radfahren zu erholen und die müden Muskeln zu regenerieren.

Es waren schöne Tage in einer unglaublich schönen Landschaft und Natur – mit tollen Wanderungen vor allem am ersten und am letzten Tag (Seiseralmwanderung und Langkofelumrundung) – und durchaus erträglichen kulinarischen Genüssen. So war meine Lieblingsspeise hier in ähnlicher Perfektion zu bekommen wie in Österreich: Kaiserschmarrn (mit Preiselbeeren) …. einfach göttlich!

Am Freitag den 26. holten wir noch mein Radl in der Werkstatt ab – die Gangschaltung musste komplett neu eingestellt werden, Hagen fuhr mich nach Brixen, wo ich 11 Tage zuvor ja auch mit dem Rad angekommen war, und auf machte ich mich in Richtung Osten – die letzten 20 Tage meiner langen, langen Tour sollten mit großer Hitze und viel Schweiß beginnen. Doch dazu beim nächsten Beitrag etwas mehr.

Überraschungsbesuch!

Am 15. Juli ging es also mit dem Zug zunächst von Brixen nach München und von dort im 6er-Liegewagenabteil über Nacht nach Berlin. Statt um 8.04 kam der CNL gegen 9.30 Uhr an, sodass das geplante Frühstück am Hackeschen Markt mit 2 Abiturienten des Jahrgangs 2012, die inzwischen in Berlin leben, kurzerhand in einen Kaffee direkt am Berliner Hauptbahnhof umgewandelt wurde. Schön war das kurze Treffen dennoch.

Grund für meine Berlinreise war aber ein anderer: ich musste ohnehin am Freitag den 19. Juli als Trauzeuge zur Hochzeit meiner Freundin Sabine in Weinheim auftauchen – und da mein Bruder Frank aus Seattle mit Familie gerade ein paar Wochen in Potsdam weilte, ganz in der Nähe meines Bruders Andreas mit Familie in Dobbrikow also, entschied ich: wenn ich schon die Tour ein letztes Mal unterbreche, dann verbinde ich das mit einem Überraschungsbesuch in Berlin / Potsdam. So war lediglich meine Schwägerin Anne aus Dobbrikow eingeweiht und wir hatte verabredet, dass ich am Dienstag den 16. Mittags einfach im Standbad Babelsberg auftauchen würde, wo sie sich mit ihren beiden kleinen Kindern Paul und Linda mit meiner Schwägerin Jennifer und deren Kindern Lukas und Evie verabredet hatte.
Die Überraschung war sehr groß – genauso später, als ich telefonisch meinen Bruder Andreas nach Potsdam „orderte“, wenn er mich sehen wolle, und dann am späteren Abend, als mein Bruder Frank von einer 2-tägigen Geschäftsreise aus London zurückkam und ich mich hinter dem Vorhang versteckt hatte!

Am Mittwoch ging es mit den „Amerikanern“ nach Berlin – Besichtigung der Reichstagskuppel war angesagt – ohne mich, da man sich ja anmelden muss. Wir verbrachten einen schönen Tag in Berlin: Frisbeespielen und Abkühlen vor Angela Merkels „Waschmaschine“ und unglaublich gutes Eis genießen im Sony-Center. Abends dann schon wieder das Abschiedsessen im Forsthaus Templin, denn am Donnerstag machte ich mich auf nach Weinheim.

Für die Hochzeit am Freitag kaufte ich flugs in Berlin noch eine neue – passende ! – Hose und Hemd, am Donnerstag in Weinheim Schuhe und ging am Freitagmorgen direkt vor der Trauung zum Friseur. Mit Hagen zusammen ging’s dann zum Standesamt im Schlosspark in Weinheim. Die Trauung war knackig aber schön, das Wetter kaiserlich – nach dem Ja-Wort von Sabine und Enno gab’s Kühltaschensekt unter der berühmten Zeder des Schlossparks, dann ging’s zum super leckeren Essen und Kaffee und Kuchen nach Waldmichelbach. Gegen 16 Uhr verabschiedeten Hagen und ich uns, holten meine am Vortag „eingesammelten“ Kartons mit den wichtigsten Schulmaterialien bei ihm zu Hause ab, fuhren sie nach Berghausen – damit sie bei meiner Ankunft am 14. August dort vor Ort sind und ich loslegen kann ! – und brachen Richtung Südtirol zum 6-tägigen Wanderurlaub auf.