Von Südtirol nach Wien – 741 Kilometer bei 30 bis 38 Grad durch Kärnten, Slowenien und die Steiermark

In 9 Tagen schaffe ich es ganz ohne die ÖBB von Brixen nach Wien – trotz Hitze und z.T. recht anstrengender Etappen. Es geht ein Stück durchs Pustertal, einige Tage entlang des Drauradwegs, durch ein Stück Slowenien, einen halben Tag lang entlang der Mur und schließlich nach Norden durch die Steiermark auf dem Radweg Euro Velo Nr. 9.

Hier annhäherungsweise die Route, die sehr empfehlenswert ist: http://tinyurl.com/o5r5h3n

Von Bruneck über Villach nach Völkermarkt, Maribor und Bad Radkersburg, vorbei an unzähligen Dorf- und Stadtfesten, meist entlang der genannten Radwege, sodass sich der Weg länger gestaltet als er entlang der Straße wäre und auch heftigere Steigungen zu bewältigen sind, bin ich einerseits begeistert von der Natur, habe auch ein paar nette, wenn auch kurze Begegnungen, bleibt mir andererseits aber wenig Zeit für Anderes als Radeln. Denn am 3. August will bzw. muss ich ja in Wien sein, um mich dort mit Susanne zum letzten Tourabschnitt zu treffen – was mir schließlich auch gelingt. Hie oder da bleibt zumindest Luft, um abends und / oder morgens ins Wasser zu springen und mich ein wenig abzukühlen (so z.B. im wunderschönen Millstätter See) und in Bad Blumau genieße ich gar 3 Stunden Abendtarif in der von Hundertwasser gestalteten wunderschönen Terme.

Drei Mal gibt’s am Abend heftige Gewitter, die Drau verwandelt sich in einen Schlamm mitreißenden Strom – jedes Mal habe ich Glück, weil ich entweder gerade noch mein Zelt aufgeschlagen bekomme, bevor’s los geht oder es im letzten Moment unter den Autounterstand eines wohlhabenden Österreichers schaffe, der mich dann auch noch mit einem Fläschel Cola versorgt.

Das Radeln auf den Radrouten ist natürlich sehr entspannt. Nur selten muss man sie mit Autofahrern teilen, meist sind sie super gut beschildert, sodass die Wegfindung völlig unproblematisch ist, und insgesamt hält sich der Radlerstrom auch in Grenzen. Andererseits ist ihr Verlauf etwas anstrengender, der Belag nicht immer ideal und der Abenteueraspekt wie auf Sardinien oder in Spanien fehlt völlig. Viel mehr „Urlaubsradeln“ – aber sehr schön.

Am Samstag den 3. fahre ich schließlich bei Temperaturen um die 37 Grad – meist entlang des EV9 – ca. 105 Kilometer von Aspang Markt nach Wien und komme um 19 Uhr völlig erschlagen am Hotel an, in dem Susanne auf mich wartet. Ich freue mich sehr, die letzten 11 Tage mit ihr zu radeln – und gleichzeitig ist damit natürlich ein wichtiger und prägender Aspekt meines Sabbatjahres vorbei: das Alleinsein und das alleine-Radeln. Der Kreis schließt sich, das Gefühl, jetzt wirklich heimzukehren, wird stärker. Mit allen Vor- und Nachteilen, allen (Vor)Freuden und auch Wehmut.

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