Töööörn

Die Zeit rast – kaum hat mein erster Segeltörn begonnen, ist er auch schon wieder vorbei und ich sitze bereits auf der Fähre von Cagliari, wo ich mich gestern von Olbia aus mit dem Zug „hingeschummelt“ habe, nach Trapani, Sizilien, wo ich heute (2.6.) Abend ankommen werde. Damit beginnt dann irgendwie auch „schon“ die Heimreise – denn ab morgen geht es tendenziell Richtung Norden zurück.

Der Segeltörn hat mir sehr gut gefallen – wenn auch das Wetter nicht ganz so war, wie wir uns das Alle für Ende Mai und Sardinien / Korsika vorgestellt hatten, und wir daher auch recht wenige Seemeilen zurückgelegt haben. Für’s erste Mal war das vielleicht aber gar nicht so schlecht.

Los ging es mit dem heftigen Wetter gleich am Sonntag (26.5.), unserem ersten Tag auf See: Windstärke 5 bis 6 mit Böen von 7 bis 8 und dann gegen den Nordwestwind nach Norden – da legte sich das Boot gleich ordentlich schief, wir fuhren einige stürmisch-hektische Wenden, Segel mussten flugs gerefft werden und Gerd, unser Skipper, ordnete das Überziehen der Schwimmwesten an! Und ich … bekam leichte Panik. Gott sei Dank war ich nicht der einzige Novize – Anja ging es genauso. Leiden zu zweit ist einfach angenehmer 😉 Die Panik legte sich allerdings mit der Zeit … und mit Jürgens Erklärung, dass eine Kieljacht wie unsere nicht kentern könne. Welche Erleichterung!

Unsere erste Nacht verbrachten wir noch vor der sardischen Küste, in einer Bucht südlich von Palau. Dann hatten wir 2 Tage mit relativ schwachem Wind und schafften es gleich am 2. Segeltag nach Korsika, wo wir an der Südostküste eine Traumbucht erst fast und dann ganz für uns alleine hatten und die ersten Schwimm- und Schnorchelexpeditionen unternommen wurden. Vor dem Abendessen brachen Jürgen und ich allerdings erst noch mit der Gummimaus auf, um drei mit einem Scooter gestrandeten französischen Jugendlichen zu helfen – die beiden Mädels dankten es uns sehr, denn sie waren nach fast 2 Stunden im Badeanzug am Strand völlig durchgefroren, während ihr männlicher Begleiter uns weder begrüßte noch verabschiedete. Wir mutmaßten, dass es seinem männlichen Ego nicht gefiel, dass er nicht mehr alleine für die Damen verantwortlich war und diese uns signalisiert hatten, dass sie Hilfe brauchten. Wenigstens bedankte sich der herbeigeeilte Retter mit dem zweiten Scooter bei uns – und natürlich die beiden Mädels. Dieser kam ca. 2 Minuten nach unserer Ankunft am Strand an – das Aufblasen der Gummimaus und die Hilfsaktion hätten wir uns eigentlich sparen können. Aber immerhin haben wir so zur deutsch-französischen Völkerverständigung beigetragen.

Am 3. Tag auf See ging es dann an der korsischen Südküste zum touristischen Höhepunkt des Törns: nach Bonifacio, das eindrucksvoll auf den weißen Klippen der Insel thront und auch sonst recht hübsch ist. Neben der schönen Marina mit jeder Menge netter Restaurants und Cafés – über eine Art Kanal durch die Felsen zu erreichen – besitzt der Ort ein richtig schnuckeliges Zentrum mit engen Gassen und besticht natürlich durch fantastische Blicke die Küste entlang und ins Inselinnere.

Am Mittwochmorgen frischten wir zunächst unsere Vorräte nochmals auf, um anschließend bei erneut kräftigem Wind und rauer See erneut die Straße von Bonifacio zu überqueren – zurück nach Sardinien. Hier kam es dann leider zu einem Zwischenfall: unser Smutje, Horst, kam wegen der stürmischen See beim Steuern ins Rutschen, stürzte heftig und schlug auf dem Decktisch auf, von dem ein Stück abbrach. Der Arme quälte sich die restlichen Tage mit heftigen Schmerzen im Rücken- und Rippenbereich herum – und bekochte uns dennoch weiterhin köstlich.

Mittwochabend – wir lagen in einer Bucht südlich von Santa Teresa – frischte es dann immer mehr auf und so entschied unser Skipper Gerd am Donnerstagmorgen, dass wir nicht auslaufen würden. Ein fauler vorletzter Tag war angesagt: schlafen, lesen, Phase 10-Spielen und für Anja und mich die ersten Doppelkopf-Versuche. Der Eine oder die Andere tauchte auch kurz ins Wasser ab – bei 19 Grad Wassertemperatur und kalten Winden kein wirkliches Sommervergnügen! Susanne schaffte es dennoch fast bis zur Hüfte die Schwimmleiter hinunter 😉

Bei erneut kräftigen Winden segelten wir am Freitag zurück in die Marina di Portisco, wo wir tankten, duschten und am Abend fürstlichst Pizzaessen gingen. Und am Samstagmorgen war dann schon der Abschied von einer echt netten Truppe angesagt, die ich heute – im Gegensatz zur Bordtoilette – bereits vermisse!

(restliche Bildbeschriftungen folgen!)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s