Hast luego, Espana …

… ciao, Italia! (geschrieben am Samstag den 4. Mai)

Hier sitze ich nun – nach einer eher durchwachsenen Nacht auf dem Boden (bwz. auf meiner „Silberfolie“) – auf der Grimaldi-Fähre nach Porto Torres, Sardinien, und will versuchen, ein paar Gedanken zu meinen etwa 5 Monaten Spanien auf den Bildschirm zu bringen.

Doch zunächst noch zu den letzten 4 Tagen (Strecke: http://tinyurl.com/cdybkeo).

Dienstag fahre ich bei immer besser werdendem Wetter von Fonolleres nach Poblet, wo ich völlig alleine eine riesige und schön gelegene Jugendherberge in Los Masies bewohne und nach meiner Ankunft natürlich noch das Monastir de Poblet besichtigen gehe. Nach der Dusche geht’s dann in L’Espluga in eine Bar: Das CL-Halbfinalrückspiel Madrid gegen Dortmund steht an. Bis kurz vor Schluss denken alle Anwesenden: „Da ist wohl alles gelaufen,“ weil Madrid trotz druckvollen Spiels den Ball nicht ins Tor befördert. Dann aber schießen die Königlichen doch noch zwei Tore, es gibt 5 Minuten Verlängerung und die Stimmung in der Bude steigt. Für Dortmund und mich ist Zittern angesagt und am Ende hat der BVB die Nase dann doch vorne. Auch hier wieder schön: ich werde nach dem Spiel von 2 Spaniern angesprochen, die sich Beide nur positiv über den BVB äußern. Von irgendwelchen Ressentiments – Dortmund oder mir gegenüber – ist nichts zu spüren.

Mittwoch geht’s dann durch das/den (?) wunderschöne/n Penedès nach Vilafranca del Penedès. Dort gönne ich mir ausnahmsweise ein Zimmer mit Halbpension in einer netten Familienpension – das Essen ist richtig gut, der Wein (aus Vilafranca, von Pinord) noch besser … am besten aber ist, dass und wie ich mit der ganzen Familie ins Gespräch komme, die wohl nur meinetwegen überhaupt noch anwesend ist, weil das Restaurant am Abend eigentlich geschlossen hat. Wir zeigen uns gegenseitig Bilder – ich von meiner Tour und v.a. vom „Davor“ und „Danach“ -, der Junior der Familie (ca. Anfang 20) ganz stolz von seiner Teilnahme und dem 2. Platz bei einem 14-Kilometer-Lauf am Morgen.

Anschließend mache ich mich auf zum 2. CL-Halbfinal-Rückspiel: Barca gegen Bayern. Auch in dieser Bar – und das, obwohl wir ja in Barca-Land sind – sind die Leute nett zu mir, ein junger Spanier, der auf einer Pferdefarm für Touristen mit den Pferden arbeitet (was er genau macht, verstehe ich nicht), lädt mich am Ende gar zu meinen 2 Gläsern Rotwein ein. Eigentlich hätte es umgekehrt sein müssen, doch meine „Abwehrversuche“ sind zwecklos.

Donnerstag habe ich dann viel Zeit – es liegen nur gut 30 Kilometer vor mir – und so starte ich erst gegen 13 Uhr aus Vilafranca; nachdem ich bei Pinord noch den Wein vom Vorabend als Mitbringsel für meine Gastgeber des Abends besorge. Denn meine letzte Nacht in Spanien ist mein drittes „Warmshower-Erlebnis“ bei Albert, seiner Frau Lucia und den beiden Söhnen Nin (?) und Paul. Die Strecke nach Torelles de Llobregat führt zunächst entlang der heftig befahrenen N340 Richtung Barcelona, die 2. Hälfte fahre ich aber über eine Landstraße und einen Waldweg (so wie Albert es mir in einer Mail zuvor geraten und beschrieben hatte), gönne mir ein letztes Mal ein „Menú del día“ und genieße die schöne, bergig-bewaldete Landschaft und das Traumwetter: leichte Bewölkung und über 20 Grad.

Alfred und Familie sind super nett – er lebt von Airbrush-Designs und ist auch passionierter Radfahrer (war im Dezember witzigerweise auch in Andalusien unterwegs (jedoch mit dem Mountainbike auf Holperpisten und durch Bäche), sie hat mit ihrer Schwester ein Schmuckgeschäft – wohnen in einem tollen großen Haus, in dem sie aber vieles selbst gemacht haben und noch machen und beherbergen mich in meinem eigenen schönen Zimmer mit Terrasse. Abends gibt es Gegrilltes, wir trinken den mitgebrachten Wein und unterhalten uns bis etwa Mitternacht – auf Spanisch. Irgendwie geht das, auch wenn ich natürlich nicht alles verstehe und nicht alles sagen kann, was ich gerne sagen würde.

Am nächsten Morgen – das Wetter ist noch schöner: kein Wölkchen am Himmel – bekomme ich leckeren Kaffee, ein kleines Frühstück und eine von Albert minutiös gezeichnete Wegbeschreibung für meine Strecke nach Barcelona. Der riesen Vorteil: die Strecke, die er mir empfiehlt, ist größtenteils eine Wander- und Radfahrroute entlang des Flusses Llobregat. Nur die wenigen letzten Kilometer muss ich mich durch ein ausgedehntes Industriegebiet hindurch navigieren.

In Barcelona angekommen, schlendere ich ein wenig umher, genieße die Sonne, die Atmosphäre, 2 Cafés con Leche, schreibe die letzten Postkarten aus Spanien und bestelle am Abend zum letzten Mal „Pimientos del Padron“, die kleinen grünen Paprikaschoten, in Olivenöl erhitzt und mit grobem Meersalz gewürzt, die ich mit meinem Bruder Frank und seinen Kollegen im Oktober ebenfalls in Barcelona entdeckt und lieben gelernt hatte.
Gegen 20 Uhr geht es in Richtung Fähre, das Borden findet allerdings mit Verspätung statt – langes Warten ist angesagt, ich komme mit einem jungen Pärchen aus Freiburg ins Gespräch (unterwegs mit 13-monatigem Sohnemann im Camper).

Auf der Fähre gibt es dann noch einen Abschiedsrioja, während ich das restliche Beladen mit LKWs bestaune und immer melancholischer werde. Kurz nachdem die Fähre mit gut 2-stündiger Verspätung ablegt, lege ich mich hin und schlafe … na ja.

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