Ich werde ungeduldig – oder: 5 Stunden Sonne in 4 Wochen!?!?

SansSouciSeit fast vier Wochen bin ich nun in Deutschland … und gestern habe ich gehört, dass die Sonne im Januar in der Metropolregion (Ma-Lu-HD) insgesamt gerade mal 5 Stunden zu sehen war. Das deckt sich ziemlich gut mit meinem subjektiven Eindruck, sodass ich nur sagen kann: „Ich will zurück genau dorthin – in die Sonne!“ Meine Sabbatour hat mich ja gerade auch deshalb in den Süden geführt, weil ich dem Winter hier zumindest einmal im Leben komplett entkommen wollte. Wäre mir ja auch fast gelungen … bis der kleine Kläffer kam!
Aus medizinischer Sicht war die Entscheidung, nicht einfach 4 Wochen mit Gipsschiene auf Lanzarote zu sitzen, allerdings richtig. 18 Tage nach dem Bruch des Radiusköpfchens machte ich mich am 16. Januar auf in die ATOS-Klinik in Heidelberg, wo eine erneute Röntgenaufnahme gemacht wurde. Ich war ganz schön verblüfft: die Fraktur war bereits gar nicht mehr zu sehen, und Prof. Loew meinte, dass die Gipsschiene fast schon zu lange am Arm gewesen sei – nach 4 Wochen, wie vom Arzt auf Lanzarote angeordnet (der ansonsten aber alles richtig gemacht habe), hätte mein Ellbogengelenk völlig versteift sein können. Die Gipsschiene blieb also ab und ich konnte noch am selben Tag bei meinem Freund Markus mit der Physiotherapie beginnen. Inzwischen mache ich woanders zusätzlich noch Krankengymnastik am Gerät, sodass ich im Prinzip jeden Tag KG-Termine in Mannheim habe – und darum bin ich auch (so lange) hier.
Als ich die Entscheidung auf Lanzarote getroffen hatte, nach Deutschland zurück zu fliegen, nahm ich mir vor, das Beste aus der Situation zu machen und möglichst viele Freundes- und Familienbesuche zu machen. So war ich gleich in der zweiten Januarwoche bei meinem Bruder Andi, dessen Frau Anne und den beiden supersüßen Kindern (Paul, 3, und Linda, 1), fuhr nach dem Termin in der ATOS-Klinik nach Rottweil zu meiner Mutter und bin seit dem 23. Januar wieder in der Metropolregion . Ich fand Unterschlupf bei Uwe & Katharina in Edingen (gleich doppelt und beim 2. Mal recht unerwartet), bei Sabine & Enno im tief verschneiten Odenwald, bei Hagen in Lützelsachen und bin letzten Sonntag in meine Wahlheimat Pfalz zurückgekehrt – in eine richtig hübsche Ferienwohnung in Freinsheim – wo ich bis Samstag sein und sogar noch einen Besuch in der Schule und in Schifferstadt einschieben werde. Dann geht es – anstelle des zweitgrößten Karnevals der Welt in Santa Cruz de Teneriffe – zur Fasnet nach Rottweil und noch für 1 Woche über den großen Teich, um mit meinem Bruder Frank und Familie in Seattle dessen 45. Geburtstag zu feiern und in den Cascade Mountains ein wenig Skifahren zu gehen. Bis dahin müsste der Arm dann schon fast 125% wiederhergestellt sein …. und, sofern ich mir beim Skifahren hoffentlich nicht noch einmal irgendein Körperteil breche, steht für den 21. Februar die geplante Rückkehr in die Sonne auf dem Plan. Erst fliege ich nach Madrid und am 23. weiter nach Lanzarote, wo mein Fahrrad und Gepäck auf mich warten. Ich kann es kaum erwarten!
Die ersten 2 bis 3 Wochen der Zwangspause ging es mir – trotz Bruch und trotz des nur bedingt erfreulichen Wetters in Deutschland – eigentlich recht gut und die Umsetzung der Idee, möglichst viele Leute zu treffen und zu besuchen, machte meinen Aufenthalt in Deutschland sogar ganz schön. Nachdem ich nun aber vier Wochen hier bin, zum einen die Sonne wirklich kaum gesehen habe und mich zum anderen ein wenig so fühle, als befände ich mich in einer längeren Warteschleife, werde ich ungeduldig. Auch stellt sich das Gefühl ein ein, dass die Zwangspause eben doch ein Loch in das große Abenteuer Sabbatour und in mein Erleben reißt – Ende Dezember war ich immerhin ein halbes Jahr von zu Hause weg und fühlte mich dementsprechend auch weit weg von allem. Ich befürchte, 13 Monate am Stück weg zu sein oder eben zwei Mal knapp 6 Monate, ist nicht das Gleiche, und im Moment ist das Alles ohnehin komisch – ich bin „zu Hause“ und doch nicht zu Hause, irgendwie gar nicht richtig da, in Gedanken eigentlich nur beim 2. Teil der Tour ab Ende Februar. Und Physiotherapie statt Surfkurs auf Gran Canaria und weiteren 2 Wochen Spanischkurs und Karneval in Santa Cruz de Teneriffe … das ist halt auch nicht ganz das Gleiche . Aber gut …. es lässt sich nicht mehr ändern und ich mache mich des Luxus-Jammerns auf sehr hohem Niveau schuldig 😉
Denn schließlich geht es mir trotz allem ja wirklich sehr, sehr gut: beim Unfall hätte deutlich Schlimmeres passieren können, ich muss im Moment und weitere 6 ½ Monate nicht arbeiten und darf demnächst wieder unter wärmenden Sonnenstrahlen durch die wunderschönen Landschaften Spaniens und Portugals radeln! Mal ganz zu schweigen davon, dass ich im Mai erneut in meinem absoluten Lieblingsland ankommen werde: Bellissima Italia!
Außerdem ist mir in den Wochen seit meinem Unfall noch bewusster geworden, wie viele gute Freunde ich habe, die für mich da sind, wenn ich sie brauche, und wie wichtig meine Familie für mich ist. An dieser Stelle daher mal ein ganz dickes „Dankeschön!“ an Euch alle!

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Ein Kommentar zu “Ich werde ungeduldig – oder: 5 Stunden Sonne in 4 Wochen!?!?

  1. …dann warst Du also fast in fühlbarer Nähe, als ich meinen 40sten Geburtstag gefeiert habe am 26. Januar… Ich denke aber, dass Du Dich in einem deliriumartigen Zustand befinden musst, auf einmal wieder „back-to-earth“ zu sein. Ich gönne Dir also den Luxus-Kummer als Welten-Reisenden im „Sabber-Jahr“. Make it good- or betterly, Strobelix!

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