Zwischentief – Teil 1

Noch am Abend kommt ein Anruf aus der Radwerkstatt: das Kugellager vorne ist kaputt und muss ersetzt werden. Sie haben ein solches aber nicht auf Lager, könnten bestellen, 4 bis 5 Tage müsste ich dann wohl warten.
Da meine Unterkünfte für die beiden nächsten Tage unwiderruflich gebucht sind, hole ich mein Rad am nächsten Morgen (Mittwoch, 17. Oktober) dennoch ab und entscheide mich, die nächsten drei Tage jeweils mit dem Zug weiterzufahren.

Gesagt, getan – Mittwoch geht es nach Peniscola. Das Zugfahren ist OK, auch wenn ich mein Rad ständig ent- und wieder bepacken muss, Treppen hoch- und runter schleppen oder in Aufzüge quetschen darf. Ich komme mittags in Peniscola an, gehe etwas essen und beziehe mein ganz nettes, einfaches Quartier mit tollem Blick, in dem Teil des Ortes, der den richtig hübschen Ursprung einer ansonsten traurigen Ansammlung von Betonburgen bildet. Ich wandle noch ein wenig durch die Gassen, mache mir abends Thunfisch und Eier … und wenige Stunden später geht es los: ich verbringe die halbe Nacht auf und neben der Toilette und schlafe praktisch nicht. Ob ich mir den Magen verdorben oder eine Infektion eingefangen habe, ich weiß es bis heute nicht – aber die Nacht und die nächsten 36 Stunden sind furchtbar.

Insbesondere der nächste Tag – Halt meiner Zugfahrt: Benicassim/Orpesa. Auch nicht unbedingt Inbegriff des kleinen romantischen Fischerdörfchens – was mir auf Grund meines Zustands aber egal ist – fahre ich auf meinem kaputten Rad völlig k.o. ca. 8KM vom Bahnhof zu meinem Appartement, einen mörderischen Berg hinauf und das auch noch unter Zeitdruck, da ich kurz nach 13 Uhr angekommen war und die Rezeption von 14 bis 17 Uhr geschlossen ist. Dabei denke ich nur an das Bett, das mich dort erwartet, mit immer noch sehr flauem Magen und wackligen Knien, und kann mir überhaupt nicht vorstellen, noch 4 Stunden darauf warten zu müssen. Neben dem Zeitdruck kommt hinzu, dass ich die Dame an der Rezeption, der man von Mal zu Mal anmerkt, dass sie eigentlich lieber früher als später ihre Siesta beginnen möchte, 4 Mal anrufen muss, weil ich die blöden Appartements nicht finden kann. Ich komme um 14.15 Uhr an, die Dame ist genervt … und ich bin völlig am Ende.

Folge: von meinem richtig tollen Appartement, in dem ich am Abend eigentlich schön kochen wollte (geht ja in normalen Hotelzimmern nicht wirklich) und welches einen wirklichen schönen Blick aufs Meer bietet, hab‘ ich außer meinem ebenso tollen Bett nichts. Ich schlafe erst mal drei Stunden, laufe dann zum Einkaufen 5KM in den Ort zurück (auf dem Hinweg hatte ich ja keine Zeit mehr, noch schnell Wasser, Bananen und Zwieback zu kaufen) und rufe für den Rückweg ein Taxi. Nach 2 Telefonaten, in denen der Taxifahrer oder die Schaltzentrale (?) vielleicht auf Grund meiner eher bescheidenen Spanischkenntnisse einfach auflegt und ich völlig erschöpft einfach vor dem Supermarkt auf einer Mauer sitze und der Dinge harre, kommt ein Ehepaar aus der Schweiz vorbei. Ich frage sie, ob sie Spanisch sprechen, sie bejahen und ich bitte sie, den Taxibetrieb für mich nochmals anzurufen. 15 Minuten später ist das Taxi da, ich bin um 21.30 Uhr in der Wohnung, falle nur noch ins Bett.

Am nächsten Morgen geht es mir etwas besser und im Laufe des Tages – auf der Zugfahrt nach Valencia – normalisiert sich mein Zustand immer weiter. Ich komme aber immer noch recht lust- und kraftlos in Valencia an.

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