Au revoir, la France! (auf Grund von erneuten Upload-Problemen mit 1 Tag Verspätung veröffentlicht)

Ich weiß, ich weiß: der 3. Teil des Nachtrags zur Loire fehlt noch und ja, ich verspreche, er kommt (irgendwann). Aber die letzten Tage waren zum einen recht anstrengend und liefen z.T. etwas anders als gedacht – es gab kleinere Schwierigkeiten z.B. mit Übernachtungen oder Internetzugang. Und heute (Donnerstag, 13. September) möchte ich einfach mal ganz aktuell sein und auch der Anlass für diesen Artikel ist es wert, die Chronologie der Ereignisse einmal außer Acht zu lassen:
Gestern um 14.15 Uhr bin ich nach über zwei Monaten im Land (8. Juli bis 12. September) aus Frankreich wieder hinaus gerollt bzw. geradelt und ja, ich kann es selbst kaum glauben, hatte sogar 2, 3 Tränen in den Augen (eine kleine Frankreichbilanz folgt dann mal noch an anderer Stelle). Das war ein wirklich bewegender Moment – gleich in dreifacher Hinsicht. Frankreich zu verlassen, zum ersten Mal in meinem Leben einen Alpenpass überquert (den ich offiziell gar nicht hätte überqueren dürfen, da er für Radfahrer gesperrt ist!) und in mein Lieblingsland geradelt und gleich 500 Meter nach der Grenze den ersten Cappuccino bestellt: 1,30€ und natürlich besser als alle Kaffees, die ich in Frankreich je kredenzt bekommen habe. (Aber das ist auch nicht wirklich schwierig.)
Die Überfahrt war zunächst sehr, sehr anstrengend und, weil die Straße z.T. recht eng, der Abgrund z.T. sehr, sehr nah und steil (!), die Geröllwände recht „geröllig“ waren und weil immer wieder Riesen-LKW an mir vorbei brummten, auch nicht wirklich ein Spaß. Je höher und je näher ich aber an die Passhöhe von fast 2000 Meter und damit an die italienische Grenze kam, desto mehr stellten sich Freude und Erleichterung ein, auch Stolz, und das alles, obwohl das Wetter immer schlechter wurde, ich mich komplett vermummen musste (etwas Regen, heftiger Wind, recht kalt und ganz oben dann sogar leichte Graupelschauer).
Danach dann die Belohnung: bis Cuneo (ca. 70 Kilometer lang) geht es 80% der Strecke nur bergab! Und das Wetter wird immer besser – sonniger und wärmer, auch wenn’s ganz unten im Tal dann irgendwie seltsam diesig / „neblig“ ist. Ich finde einen netten, richtig belebten Campingplatz, buche meine Unterkunft auf Korsika, organisiere die nächsten Tage und … gehe Pizza essen und frage mich, warum es außerhalb Italiens einfach niemanden gibt, der die Pizza so hinbekommt wie hier. Wahnsinn … und dazu 0,5L ordentlichen Dolcetto für 4€. Um mich herum das Geschnatter der Italiener im Lokal, wie ich es so sehr liebe. Ich bin angekommen … und heute Morgen: strahlend blauer Himmel, ganz trockene, klare Luft und die gurrenden Tauben um mein Zelt herum. Schön, hier angekommen zu sein – auch weil ich vorgestern noch meine Zweifel hatte, ob ich überhaupt über den „Passe de Larche“ hinüber komme, da offiziell eben für mich gesperrt. Aber es hat ja geklappt und ich bin für knapp zwei Wochen in meinem Lieblingsland.
Ach so, der Titel des Blogeintrags? „Au revoir“ natürlich, weil ich am 26. September ja auf Korsika sein werde und dann noch einmal 10 Tage „Frankreich“ genießen kann – dem Land, das ich in den letzten beiden Monaten doch ziemlich lieb gewonnen habe.

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