2) Cluny und das südliche Burgund, oder: Urlaub vom Urlaub

Am Freitag regnet es dann den ganzen Tag, ich internette ein wenig und gehe zum Friseur, der mir die Haare zwar zu kurz aber dennoch ganz gut schneidet und mit dem ich mich 20 Minuten lang auf Französisch richtig gehend unterhalte – genauso wie ein paar Tage später mit zwei Brüdern im Waschsalon. Ich bin mächtig stolz. Hagen trifft am Nachmittag ein und wir beziehen unser Quartier in „La Pierre Folle“ – wie sich herausstellen soll, ein echter Glücksgriff. Tolles Zimmer, gutes Frühstück, schönes Ambiente und vor allem richtig super nette Besitzer: Veronique und Luigi, die uns tolle Tipps geben, immer zur Hilfe sind, wenn man sie braucht und einfach richtig lieb sind.

Ansonsten sind die 8 Tage im südlichen Burgund echte Erholung für mich – kein Radeln, sodass die Muskeln mal richtig durchschnaufen können, ein echtes und richtig bequemes Bett und ständig gutes Essen. Hagens Gesellschaft natürlich nicht zu vergessen!

Das Burgund entpuppt sich zudem als noch viel schöner, als wir das Beide erwartet hatten: wunderschöne Landschaften, schnuckelige Dörfer, Burgen, Kathedralen … was will man mehr.

Wir gehen am Samstag Abend zum Lichtergottesdienst in Taizé (ja, ich bei einem Gottesdienst) und die Atmosphäre dort ist auch für Nicht-Christen sehr schön. Wir entdecken zufällig einen der chaotischsten und gleichzeitig – von der Lage her – schönsten Flohmärkte, die ich je gesehen habe, wenn’s auch nur Zeug gibt, das wirklich niemand mehr braucht (eine Schallplatte von Sandra zum Beispiel!). Wir geben dem Burgunder bei einer kleinen Weinprobe eine Chance und entdecken, dass er nichts für uns ist, dass wir eben eher auf die kräftigeren Roten aus dem Süden Frankreichs ansprechen. Wir erklimmen die luftigen Höhen der Felsen von Solutré. Wir machen zwei Tagesausflüge: einen nach Beaune, wo wir Susannes Freund Rüdiger treffen (!) und mit ihm zusammen die einzige Dijon-Senffabrik besichtigen, welche die Senfkörner noch mit einer Steinmühle mahlt (bin jetzt Senf-Experte!) und natürlich das berühmte Hospiz ausführlichst bestaunen. Im Anschluss gibt’s ca. 20 km entfernt auf Rüdigers Empfehlung ein tolles Abendessen im abgefahrensten „Restaurant“ überhaupt – einem 1-Frau-Betrieb mit schrulligster Atmosphäre und bestem Dessertbuffet seit den Zeiten römischer Dekadenz. Der zweite Tagesausflug geht in die Berge des Morvan und nach Autun – einer Stadt mit eindrucksvollen römischen Überbleibseln und einem Sonnenuntergang, der seinesgleichen sucht (es sah wirklich genauso aus!). An Hagens Geburtstag gehen wir Tropfsteine besichtigen (Privatführung!), das Schloss von Cormatin mit Irrgarten beschauen und wunderbarst speisen in einem winzigen Dorf, das aussieht wie im Mittelalter (habe leider keine Bilder).

Und prompt ist der Urlaub vom Urlaub auch schon vorbei, Hagen fährt nach Hause und ich mache mich auf den Weg zurück an die Loire  (= Teil 3, der morgen oder übermorgen folgt).

 

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