Champagne – Paris

Samstag den 14. fahren wir also mit Zug und Rad – ohne Gepäck !!! – nach Reims, vor allem um die Kathedrale dort zu bestaunen, in der bis auf wenige Ausnahmen alle französischen Könige gekrönt wurden. Bilder sagen mehr als Worte, daher an dieser Stelle nur so viel: für mich gehört die Kathedrale von Reims zu den Bauwerken, die man unbedingt einmal gesehen haben sollte. Auf dem Weg dorthin erleben wir bei Café au Lait für 4€ den Soundcheck für ein Konzert, das wohl am Abend zur Feier des Nationalfeiertags stattfinden wird und sind auch hiervon beeindruckt. Nach der Kathedrale geht’s zu Taittinger und wir staunen erneut über kilometerlange Höhlen ca. 12 Meter unter der Erde, in denen Millionen (!) von Champagnerflaschen über Jahre gelagert werden. Die Versuchung, sich bei der Führung mal kurz zurück fallen und 1 oder 2 Flaschen im Rucksack verschwinden zu lassen, kann ich nicht leugnen. Noch ein Glas probiert – bzw. zwei – und schon geht’s zur nächsten Sehenswürdigkeit: der Basilika, die innen ein wenig an den Speyerer Dom erinnert und für mich noch mehr Atmosphäre hat als die Kathedrale. Zudem werden wir Zeugen einer richtig netten Hochzeit, bei der das Brautpaar am Ende auf der Pritsche eines Landschaftsgärtner-Transporters davon gefahren wird.

Am Bahnhof von Reims essen wir die größte Unverschämtheit, die mir je auf den Teller gekommen ist – sie nennt sich so etwas wie „Plat complet“, verspricht Sandwich mit Salat und Käse, es kommt: ein aus zwei Toastbrothälften bestehendes Sandwich, dessen Belag OK ist, mit ein paar Salatblättern garniert für €9.20! Zurück in Chalons, begrüßt uns am Bahnhof Starkregen, wir verharren 15 Minuten auf dem Bahnsteig, werden dann mit einem wunderschönen Regenbogen belohnt.

Sonntag schlafen wir mal aus, waschen Wäsche und fahren am späteren Nachmittag – von mehreren unglaublichen Regenschauern daran gehindert, dies früher zu tun –ins Zentrum von Chalons, das uns ebenfalls sehr gut gefällt, lauschen einer musikalischen Darbietung der besonderen Art (4 Musiker spielen eine Mischung aus fernöstlichen, französischen und keltischen Klängen), kaufen eine Flasche tollen Bio-Rotwein und genießen diesen später zu von Susanne zubereitetem „Coq au Vin“.

Montag dann der ersehnte Wetterumbruch und der Abschied von unserer lieb gewonnenen Hütte. Auf geht’s ins Weingebiet der Champagne, die Marne entlang. Eine heftige aber zum Teil sehr, sehr schöne Tagesetappe, u.a. vorbei am Schloss von „Veuve Cliquot“, an deren Ende wir Barbara aus Ladenburg treffen, die als Rentnerin – top fit – alleine mit dem Rad in die Bretagne unterwegs ist. Wir gehen abends mit ihr in Dormans essen und lernen eine faszinierend lebensfrohe Frau voller Energie und Tatendrang kennen, fallen anschließend aber dennoch praktisch tot auf unsere Isomatten.

Die Dienstagetappe ist etwas geruhsamer, führt uns nochmals durch sehr schöne Landschaft, verschafft uns eine kurze Begegnung mit einer super witzigen und hilfsbereiten schwarzen Dame im „Office du Tourisme“ in Charly-sur-Margne, die verzweifelt versucht, uns ein Nachtquartier zu organisieren, dann aber völllig frustriert scheitert, und bringt uns schließlich nach Forté-sous-Irgendwas, wo wir einen Campingplatz suchen, den es gar nicht mehr gibt, stattdessen in einem ordentlichen Hotel mit tollem Bett – welche Wohltat ! – landen und bei einer Exkursion zu Fuß ins Zentrum gegen 21 Uhr feststellen müssen, dass französische Provinzstädtchen abends wie ausgestorben sind. Alle Kneipen zu, kaum jemand unterwegs … das ersehnte Bier gibt es daher direkt neben unserem Hotel an einem Pizzastand.

Zum Weingebiet der Champagne an der Marne lässt sich nach 2 Tagen sagen: schön, nett, aber an die Weinstraße kommt es definitiv nicht heran. Die Landschaft ist auf Grund des Flusstals z.T. wirklich sehr schön, die Dörfer und Städtchen aber haben gegen Maikammer, Rhodt und Co. Keine Chance!

Mittwoch steht die längste Radetappe der bisherigen Tour auf dem Programm: von Forté über Licy, dann entlang des „Canal de l’Ourcq nach Paris bzw. Pantin. Eine wunderschöne, aber schweißtreibende Etappe, v.a. weil die letzten 25 km bis an die Stadtgrenze von Paris tatsächlich mal richtiger Fahrradweg sind. Nach knapp 100 km nehmen wir ab Pantin den RER nach Maisons-Laffite –  Aufsuchen den Bahnsteigs und Umsteigen sind mit den bepackten Rädern alles andere als eine Freude! Hier verbringen wir nun 3 Nächte auf dem Campingplatz, um den großen Nachbarn Paris ein wenig zu erkunden – und morgen (Samstag den 21. Juli) geht’s für Susanne mit dem Zug zurück nach Frankfurt, für mich weiter in die Normandie und die Bretagne.

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